February 16, 2019, Saturday, 46

S.U.S.I. Wohnprojekt Freiburg

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Projekte

Inhaltsverzeichnis

SUSI (selbstorganisierte, unabhängige Siedlungsinitiative)

allgemein

  • vor 20 Jahren gegründet,
  • Wohnprojekt in Freiburg beruhend auf Miethäusersyndikat (MHS)
  • Kernpunkt von Projekt: kollektives Wohnen ohne Befürchtung von Mieterhöhung oder Verkauf des Wohnhauses

Organisationsweise

  • Grundlage für SUSI ist Mietshäusersyndikat (MHS) MHS-Modell stellt sicher, dass Haus nicht in privaten Besitz zurückgeführt werden kann, sondern kollektiv bleibt (Gründung in Freiburg vor 20 Jahren)
  • Eigentumstitel liegt nicht bei Hausverein (S.U.S.I. e.V.), sondern bei Hausbesitz-GmbH (S.U.S.I. GmbH) → diese hat zwei Gesellschafter: Hausverein (S.U.S.I. e.V.) Mietshäuser Syndikat
    • fungieren als Kontroll- oder Wächterorganisation
    • haben je eine Stimme → Folge: Veränderung des Status Quo der Immobilie nur mit Zustimmung beider Gesellschafter möglich, Überstimmung ist nicht möglich
  • jedes Projekt leistet Solidarbeitrag an MHS (0,5 % von jährlichen Mieteinnahmen → dadurch weitere Wohnprojekte in Anlaufphase unterstützt
  • über MHS außerdem Möglichkeit von Wissenstransfair zur Umsetzung des Wohnprojektes (Kauf, Sanierung, Rechtliche Absicherung, Finanzierung etc.)
  • vertiefende Info s: www.syndikat.org/

Finanzierung

  • es gilt folgende S.U.S.I.-Formel: Start-/Eigenkapital = Konzept + Muskelhypothek/Eigenleistung + private Direktkredite
  • benötigtes Kapital über private Direktkredite (meist zinsverbilligtes Privatdarlehnen), Fördermittel vom Land Baden-Württemberg und Bankkredite (GLS, Umweltbank)
  • Bedeutung von schlüssigen Konzept und intensives und ausdauerndes Engagement der Hausgruppe bzw. InitiatorInnen
  • Muskelhypothek: da nicht Geld Eintrittskarte ins Wohnprojekt sein sollte, sondern Lust und Engagement in Gemeinschaft zu leben und zu arbeiten werden von den BewohnerInnen min. 105 unentgeltliche Arbeitsstunden (=Muskelhypothek/Selbsthilfe) in/an SUSI-Projekten erwartet

lokale, strukturelle Situation

  • heute leben ca. 260 Menschen im Projekt
  • Lage am Eingang des Vauban in Freiburg (unterdessen gut situiertes Wohnquartier)
  • ehemaliges Kasernengelände mit 4 Häusern, alle genutzt
  • in und um SUSI herum entstand mit den Jahren ausgedehnte Infrastruktur und unterschiedliche Selbsthilfe-Projekte, wie: komplette Büro-Infrastruktur, Hausmeisterei, Werkzeugverleih, Holzwerkstatt und Metallwerkstatt.
  • außerdem für BewohnerInnen multifunktionale Gemeinschaftsräume nutzbar, z.B.: BewohnerInnen-Café, Bibliothek, Kindertagesstätte sowie Krabbelgruppe Nachbarschaftsküche, Food-Coop-Verteilstation Fahrradwerkstatt, Töpferei, Siebdruck, Fotolabor, Kletterspeicher
  • vertiefende INFO s: www.susi-projekt.de/

Schwierigkeiten in der S.U.S.I.

  • kein gut und schnell funktionierender Informationsfluss für z.B. anfallende Arbeiten oder bei wichtigen Entscheidung (z.B. Mieterhöhung)
  • Lohnarbeit im Wohnprojekt ist Ausgangspunkt für Konflikt, da einzelne Arbeitsplatz haben, um Aufgaben zu lösen, die in Gemeinschaft anfallen – aber dafür Geld bekommen (Einzug Kommerzialisierung?)
  • kaum bis keine Unterstützung durch Stadt Freiburg - vermeiden Wohnprojekte eher als dass sie jene fördern - zum Vergleich: Stadt Tübingen hat für4-Häuserprojekt Direktkredit vergeben - in Freiburg aufgrund Wohnungsknappheit und verbreiteter kapitalistisch-maximierender Verwertungslogik nie denkbar

Fragen zur Diskussion

  • Warum führt Lohnarbeit innerhalb des Projektes zu Konflikten? (Hintergrund: für Tätigkeiten, die Wohnprojekt erhalten und anfallen, werden Menschen angestellt - vermutlich wurden diese Aufgaben früher durch die Gemeinschaft getragen - funktioniert Prinzip Muskelhypothek nicht mehr?)
  • Bis zu welcher Größe ist Wohnprojekt überschaubar und funktioniert nach Prinzipien der Selbstorganisation und des Commoning?
  • Ist es überhaupt möglich Kommerzialisierung im Projekt (z.B. Einführung Lohnarbeit) zu verhindern?

Anwendung der Design Principles von Elinor Ostrom

  • nicht fertig gestellt - Wer hat Mitschrift?