February 16, 2019, Saturday, 46

FoodCoop Potsdam

Aus Commons Sommerschule

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Projekte

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Ziel des Projektes

  • Das Haupziel ist es Bio-Nahrung zu einem günstigen Preis gemeinsam einkaufen. Viele Mitglieder sind Studenten mit wenig Geld.
  • Die Verteilung wird über einen gemeinsam organisierten Laden abgewickelt.
  • Eine eigene Software verwaltet die Bestellungen. Bei Überbestellungen (Größere Mengen vom Bauern usw.) landen die Waren im Basar.

Allgemeines

  • Zur Zeit hat die FoodKoop ca. 60 aktive Mitglieder, die in Bestellgruppen (WGs, Familien oder Einzelpersonen) organisiert sind
  • Wir bestellen wöchentlich, zur Zeit bei
    • Bio-Bauer Christian Hoffmann (Gemüsehof bei Dahnsdorf)
    • Zwischenhandelsunternehmen: Naturkost (Milchprodukte, Brotaufstriche, Trockenprodukte, Obst, …); demnaechst sporadisch auch [1] (haltbare Sachen)
    • Bäckerei: abwechselnd & Lutum und [2]


Anwendung der Design Principles von Elinor Ostrom

→ entstanden aus der Forschung über nachhaltige, kollektive Nutzung von klassischen (Natur-)Ressourcen

Quelle: (1992) Governing the Commons Untertitel: The evolution of institutions of collective action


1. Klar definierte Grenzen:

Die Personen oder Haushalte, die das Recht zur Entnahme von Ressourceneinheiten aus der Allmenderecssource haben, müssen, genauso wie die Grenzen der AR selbst, klar definiert sein.

1a. Nutzergrenzen: Es existieren klare und lokal bewusste Grenzen zwischen legitimen Nutzern und Nicht-Nutzern.

Ja, es ist eine Mitgliedschaft notwendig (Zahlung von einem Geldbetrag am Beginn und Eintragung).

Anm. von Krister: Manchmal verschwimmen die Grenzen ein wenig, wenn bei WGs nicht alle Mitglied in der Food Coop sind. Dann kann es vorkommen, dass jemand sagt, "Ich vertrete nur meinen Mitbewohner, aber habe keine Ahnung, was ich hier tun soll." Letztlich sind aber immer genug wohlwollende Mitglieder da, die zwar keinen Dienst haben, aber trotzdem erläutern, was zu tun ist.

1b. Ressourcengrenzen: Es existieren klare Grenzen zwischen der AR und dem sozio-ökologischen System, das sie umgibt.

Ja (der Raum mit den Food Coop-Kisten ist klar abgegrenzt und kann abgeschlossen werden)


2. Kongruenz zwischen Aneignungs- und Bereitstellungsregeln und lokalen Bedingungen: Aneignungsregeln, die Zeit, Ort, Technik und/oder Menge der Ressourceneinheiten beschränken, sind abgestimmt auf lokale Bedingungen und Bereitstellungsregeln, die ein bestimmtes Quantum an Zeit, Arbeit, Materialien und/oder Geld erfordern.

2a. Aneignungs – und Bereitstellungsregeln sind abgestimmt auf lokale Bedingungen

Abgestimmt auf eigene Community Ansprüche. Ärmere / Studenten usw. (Beispiel bei anderer FoodCoop sind Abholzeiten nicht am Abend, weil hier mehr Familien sind, die früher zu Hause sein wollen)

2b. Aneignungsregeln sind abgestimmt auf Bereitstellungsregeln (proportionale Kosten-/Nutzenverteilung)


Ja nur 3 Stunden Arbeit pro Monat, dafür günstiges Essen jede Woche.


3. Arrangements für kollektive Entscheidungen: Die meisten Personen, die von den operativen Regeln betroffen sind, können über Änderungen der operativen Regeln mitbestimmen.

Ja Plenum + E-Mail Kommunikation


4. Überwachung: Die Überwacher, die aktiv den AR-Zustand und das Verhalten der Aneigner kontrollieren, sind den Aneignern gegenüber rechenschaftspflichtig oder sind selbst die Aneigner.

4a. Überwachung der Nutzer: Individuen, die den Aneignern gegenüber rechenschaftspflichtig oder die Aneigner selbst sind,überwachen die Bereitstellung und die Aneignung der Nutzer

Es gibt für die Räumlichkeiten der FoodCoop nur einen Schlüssel. Nach Erledigung einer Aufgabe muss das Mitglied den Schlüssel an den nächsten weitergeben. Dadurch überwachen sich die Mitglieder gegenseitig auf Einhaltung der Regeln.


4b. Überwachung der Ressource: Individuen, die den Aneignern gegenüber rechenschaftspflichtig oder die Aneigner selbst sind, überwachen den Zustand der Ressource.

Die Foodsoftware überwacht ständig die Ressourcen der FoodCoop (die Bilanz und der Dienstplan sind z.B. intern-öffentlich)


5. Abgestufte Sanktionen: Aneigner, die operative Regeln verletzen, werden von anderen Aneignern, von deren Bevollmächtigten oder von beiden glaubhaft mit abgestuften Sanktionen belegt (entsprechend der Schwere und dem Kontext des Vergehens).

Betrifft vor allem die Erfüllung von Aufgaben:

  • Bei vergessen von Aufgaben wird der entsprechende Angerufen
  • Bei wiederholten versäumen wird auf der Mailingliste diskutiert (wobei die Regel gilt, dass dies höflich geschehen soll und niemand an den Pranger gestellt wird)
  • Ausschluss möglich (kam aber noch nie vor und musste auch noch nie diskutiert werden)

Tolerieren bei bestimmten Menschen auch möglich (Eingehen auf Persönlichkeit, entsprechend den Möglichkeiten, die jedeR hat).

6. Konfliktlösungsmechanismen: Die Aneigner und ihre Bevollmächtigten haben raschen Zugang zu kostengünstigen lokalen Arenen, die Konflikte zwischen Aneignern oder zwischen Aneignern und ihren Bevollmächtigten schlichten.

Ja - Es gibt das Plenum zum Besprechen von Problemen und die Mailingliste. Außerdem werden viele Probleme auch schon während der dreistündigen Abholzeit informell diskutiert und manchmal auch schon auf diesem Weg gelöst.

7. Minimale Anerkennung des Organisationsrechts: Das Recht der Aneigner, ihre eigenen Institutionen zu entwickeln, wird von keiner externen staatlichen Behörde in Frage gestellt.

Ja, aber gibt eine gewisse rechtliche Grauzone (Steuern usw., d.h. es dürfen keine Gewinne entstehen)

8. Ist für dieses Projekt nicht relevant

Links

FoodSoft-Potsdam

allgemein weiterführende Informationen

FoodCoop-Potsdam Wiki

Notizen zu den Leitfragen

Wer kann mitmachen und partizipieren und wie?

Im Prinzip alle, Teilnahmebedingungen: 6 Euro Aufnahmebeitrag (wird bei Austritt erstattet) und Dienste machen, ca. 3 Stunden alle 1-2 Monate. Von den Diensten kann man u.U. freigestellt werden (z.B. wer kleine Kinder/Säuglinge versorgt). Die Lebensmittel müssen mit Euro bezahlt werden, dies könnte z.B. für Asylbewerber schwierig sein. Eine Bezahlung mit Regional- oder Gemeinschaftswährung ist derzeit nicht möglich. Weitere Voraussetzung ist ein Zugang zum Internet zum Bestellen und für die E-Mail-Kommunikation (früher gab es auch einen Offline-Computer im Keller, doch war am Ende kein Bedarf dafür mehr da). Außerdem ist der Zugriff auf ein Bankkonto notwendig, um die Zahlungen auf das Food Coop-Konto zu tätigen. Dies könnte ein Problem für Menschen ohne legalen Aufenthalt darstellen. Die Food Coop würde sich in einem konkreten Fall aber sicherlich etwas einfallen lassen.

Die Mitglieder sind Gruppen: Eine Gruppe kann eine WG eine Familie oder eine einzelne Person sein. Die Anzahl der Arbeit richtet sich nach der Gruppenstärke.

Kommunikation in der Organisation

Primär via E-Mail.

Versammlungen alle 2 Monate. Alle Leute sollten kommen, nicht alle kommen. Dort werden Entscheidungen getroffen. Wenn zu wenig Leute teilnehmen, werden Beschlüsse noch einmal via Mail diskutiert und bei Bedarf auf dem nächsten Plenum.

Standardisierte Kommunikation (Bestellungen, Dienstpläne, Kontostände) laufen über das Programm FoodSoft.

Wichtiger Kommunikationsaspekt: Der Schlüssel. Da es nur einen Schlüssel gibt muss man sich immer bewusst sein das man einen Dienst hat.

Welche Regeln gibt es?

Viele Regeln und Aufgabenbeschreibungen. Was muss bei den verschiedenen Diensten getan werden? > Es gibt ein Wiki in dem alle Regeln aufgeführt sind.

Wenn jemand nicht auftaucht oder die Aufgabe falsch macht ist es sehr transparent. JedeR bemerkt es, da die laufenden Prozesse unterbrochen werden.

Reaktionen: Nachfragen. Bei wiederholten Problemen: Rundmail an alle Mitglieder → Diskussion (ohne jemanden bloß zu stellen). Als letzte Möglichkeit könnte jemand ausgeschlossen werden, bisher wurde jedoch in solchen Fällen nachgefragt, wo eine Gruppe sich lange nicht mehr beteiligt hat (weder an Bestellungen noch Diensten), ob sie noch Interesse an der Food Coop hat. Oft stellt sich dann heraus, dass die betreffenden Personen weggezogen sind.

Was Funktioniert gut? Was nicht?

Wir hatten vor einigen Jahren Probleme die notwendigen Bestellmengen zu erfüllen. Jetzt nicht mehr.

Software ist sehr gut

Sehr gute Kommunikationskultur


Probleme

Fleischfrage: Logistische Probleme: keine Kühlung möglich Konflikt in der Gruppe (Veganer - Fleischliebhaber) Kompromiss: Abgepacktes Fleisch geht, d.h. im Prinzip ist der Konflikt gelöst, aber er kann erneut aufreißen, wenn neue Mitglieder kommen und die bisherige Diskussion und Lösung nicht kennen bzw. in Frage stellen - hier helfen die sehr gute Kommunikationskultur, die Protokolle im Wiki und die Erinnerung der langjährigen Mitglieder

Wie kann man neue Mitglieder integrieren? Haben ein Patensystem/Mentorensystem was nicht besonders gut funktioniert

Manchmal ist es ein Problem Vertretungen für die Dienste zu finden, außerdem gibt es beliebtere und weniger beliebte Dienste, was viel mit der jeweiligen Tageszeit zusammenhängt.

Was macht ihr um im Marktsystem zu überleben. Wie bekommt ihr Ressourcen?

- Als wir starteten hatten wir eine Kellernische im Haus der Natur / kostenlos - Jetzt sind wir einem alternativen Projekt (ehemaliges Gewerbeobjekt). Jetzt muss Miete gezahlt werden. Finanzierung durch 3% Aufschlag auf die Bestellungen. - Finanzierung über Catering (Sommerfest der Universität) → Vokü