August 20, 2017, Sunday, 231

Eranos Dialog

Aus Commons Sommerschule

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Inhaltsverzeichnis

Eranos Dialog COMMONS: Gestaltungspotentiale einbringen - mitwirken - gestalten

Eranos war im antiken Griechenland ursprünglich ein Freundschaftsmahl mit einer besonderen „Atmosphäre“, an dessen Kosten sich alle Teilnehmer gleichermaßen beteiligten. Dabei bedeutet „Kosten“ nicht, dass die Teilnehmer dem Gastgeber anteilig Geld zahlten. Vielmehr brachten sie eigene Köstlichkeiten und Weine mit.
In übertragener Bedeutung ist ein Eranos ein geistiges Fest, zu dem die Eingeladenen Eigenes mitbringen, eine Rede zum Beispiel, ein Lied, einen Trunk oder auch und nicht zuletzt die Offenheit, beim gemeinsamen Gespräch in der Runde schöpferisch zu improvisieren.

Dem liegt die Idee zugrunde, dass jeder Einzelne zur Gestaltung beitragen kann. In dem entstehenden gemeinsamen Wir besteht die Möglichkeit, das sich etwas Neues herausbildet.
Wir zeigen einander Möglichkeiten, Erkenntnisse und Wege. Wir bewegen uns an Begriffsklärungen entlang. Wir sind ergebnisoffen. Wir bringen uns aktiv in den Kreis ein. Wir sind offen für weitere Aktivitäten, die aus unseren Reihen entstehen.

Jaana Prüss hat alle Teilnehmer/innen der Commons Sommerschule 2013 eingeladen, einen Beitrag zum Thema 'commons' mitzubringen (max. 5 Minuten). Der Beitrag konnte eine Rede sein, ein Lied, ein Spiel, Text, ein Beitrag welcher Art auch immer, Improvisation, Performance, ein Filmausschnitt, Musik, Meditation, eine Übung, Kreatives, Mitmachaktion, selbstgemachtes, eingemachtes, etwas zum gemeinsam tun, denken .... oder ein Ausschnitt aus dem, was individuell gerade zum Thema beschäftigt.

Die (mit)- geteilen Beiträge fanden zum jeweiligen Kontext der Inhalte ihren zeitlichen und örtlichen Raum.

Der Eranos Dialog ist eine Austauschform entwickelt von der in Berlin lebenden Künstlerin Christiane ten Hoevel, die jede/r initiieren, ausprobieren und für die jeweiligen Zusammenhänge und Bedürfnisse weiterentwickeln kann.

Reisendes Tagesbuch (Meike Siegner)

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Ich habe einen Eranos Beitrag in Form eines gemeinschaftlichen Tagesbuchs eingebracht, mit dem Titel: "Vom Gestalten und Erleben gemeinschaftlicher Räume- tägliche Eindrücke im Rahmen der Commons Sommerschule 2013". Das Tagebuch soll alle TeilnehmerInnen der Sommerschule dazu einladen ihre Gedanken, Erkenntnisse, Eindrücke und Erfahrungen im Laufe der Woche niederzuschreiben. Entweder in Form kurzer Texte, aber auch mit Zitaten, Liedtexten, Gedichten oder sonstigen Tipps und Links. Das Tagebuch soll sich im Anschluss an die Tagung auf eine Reise begeben und bei verschiedensten Veranstaltungen zum Thema Commons und Commoning auf Info und- Büchertischen ausliegen. Das Ziel ist es Menschen Einblicke zu ermöglichen und aufzuzeigen, welche Besonderheiten in der Organisations- und Gestaltungsform einer Veranstaltung zu diesem Themenbereich liegen, da die Sommerschule selbst ein Beispiel für Formen des Commoning darstellt.

Und wer weiß, vielleicht gelangt es auf der Commons Sommerschule 2014wieder nach Bechstedt zurück. In diesem Sinne: Gute Reise liebes Tagebuch!


fairsenden.org (Daniel Constein)

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Daniel teilte eine Idee mit der Gruppe. Über zwei geographische Aufstellungen der Teilnehmer*innen zu ihren Wohnorten und Reisezielen im nächsten Monat, zeigte er, wie groß die Vernetztheit verschiedener Orte allein durch die Mobilität einer Gruppe von Menschen ist. Wenn Dinge (wie Kleidung, Bücher oder Nachrichten) zwischen den Leuten versendet werden, nutzt trotzdem jeder einen der kommerziellen Postanbieter.

Daniel teilte daraufhin den Gedanken mit der Gruppe, dass dieser Transport auch als Commons organisiert sein könnte und nannte dieses Projekt fairsenden.org. Würde allen über ein soziales Netzwerk mit Profilen klar sein, wer wann was wohin senden möchte, könnte diese Postdienstleistung auch unentgeltlich von den Mitgliedern dieses Netzwerks ausgeführt werden. Das Vertrauen ineinander würde durch Online-Feedback aufgebaut und es entstehen womöglich neue soziale Beziehungen entlang der Transportkette. Zudem entlastet es die Umwelt, wenn zu bewältigende Wege auch gleich für Postdienstleistungen genutzt werden. Einige Gruppenmitglieder wiesen Daniel anschließend darauf hin, dass diese Praxis in einigen südamerikanischen Ländern Gang und Gebe ist und vor einigen Jahren auch der Versuch unternommen wurde, das Hospitality-Netzwerk Couchsurfing für den Transport zwischen Reisenden zu nutzen.

Fairsenden.org jedenfalls lebt als Idee in den Mitgliedern weiter und wartet auf seine Umsetzung.


Wissen teilen – gemeinsam handeln (Brigitte Kratzwald)

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Bei den Aboriginees gibt es keine Landkarten, die die Wege weisen, sondern das ganze Land wird in Form von „Songlines“ abgebildet. Die Lieder sind Ausdruck des Landes und können nur in Zusammenhang mit dem Land verstanden werden. Jede Songline ist einem „Traum“, d.h. einem Tier oder Ahnen, zugeordnet und besteht aus verschiedenen Abschnitten. Jeder Mensch gehört auf Grund seiner Geburt einen „Traum“, das heißt einem Stamm, an und bekommt einen Abschnitt der Songline zur Bewahrung übertragen. Ein Mensch alleine kann also den Weg nicht finden, nur gemeinsam kann ein Ziel erreicht werden. Das scheint mir ein wunderbares Beispiel für ein uraltes Wissenscommons und auch dafür, dass Wissenscommons und stoffliche Commons (Land, Wasserstellen) nicht getrennt betrachtet werden können. Erst von weißen Missionaren und Wissenschaftlern wurden die Songlines aufgezeichnet, was allerdings nicht unumstritten ist, weil sie dadurch vom Land abgetrennt werden und ihren Sinn verlieren. (Inspiriert aus ‚Im Bann der sinnlichen Natur“, David Abram)


Die Hüterin der Stille (Sarah Katharina Deutschmann)

Dies ist eine Einladung still zu werden. Eine Einladung aktiv zu zuhören. Hört dem Wind zu, wie er in den Baumwipfeln musiziert. Hört den Vögeln zu, die uns ihre Lieder schenken. Spürt die Sonne und den warmen Lufthauch, der euch umspielt. Seht die Farben, das Grün der Tannen, das Blau des Himmels, das Braun des Weges. Riecht den Kieferwald und die frische der Natur.
Hört euch selbst zu, eurem Atem, eurem Bauch, eurem Herzen...lasst die Gedanken frei ziehen.
Findet euch in Paaren zusammen. Einer schließt die Augen, der andere führt seine Partnerin weiter den Weg entlang. Nach fünf Minuten wechselt ihr die Rollen. Spürt die Bewegung, genießt ihr es die Führung abzugeben? Was hört ihr?Spürt ihr, was euch mit offenen Augen verborgen bleibt? Genießt das Schweigen und hört euch, eurer Partnerin und eurer Umgebung aktiv zu.


Diese Stadt (Jaana Prüss)

Text und Musik von Christoph & Lollo, 2012

Als Input zu Urban Commons mit der Idee eine weitere Strophe 'Diese Stadt gehört schon bald wieder uns' zu entwickeln.

Hier anzuhören und mitzulesen.

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DREI OBJEkTE - SCHENKEN (Anja Schoeller)

Jeder Teilnehmer bringt drei Objekte mit - die wichtig, charakteristisch für ihn sind oder die er gerade in seinem Reisegepäck dabei hat. Diese Objekte sollen den Teilnehmern illustrieren, vor allem die Aspekte, die auf den ersten Blick leicht zu übersehen sind.

Drei Gegenstände: 1. Etwas, das Du Dir selbst gekauft hast 2. Etwas, das Du geschenkt bekommen hast 3. Etwas, von dem Du Dir vorstellen kannst, es jederzeit zu verschenken

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1. Jeder kommt mit einem Partner zusammen, den er gerne besser kennen lernen möchte. Er zeigt dem Partner die Objekte und erklärt, warum für ihn die Dinge wichtig sind.

2. Beide Partner sprechen über Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen sich, die durch die Wahl der Objekte deutlich werden (jeweils 5 Minuten)

3. Anschließend finden sich alle in der Runde wieder und erzählen von Ihren Eindrücken und Erlebnisse. Wie hat sich das Schenken und Beschenkt werden angefühlt?

mundraub.org (Ina Hahn)

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Beschreibung folgt ...


Kontaktimprovisation (David Steinwender)

Beschreibung folgt ...
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Vertrauens Spiel (Kim Nommesch)

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"Schenken 2.0 - Die Dinge im Fluss halten"(Svea Blieffert)

Fotos und Eindrücke von der Ausstellung

Eine alte Schreibmaschine, ein Flachbildschirm, ein Auto – Dinge, die Menschen schenken ohne etwas dafür zu erwarten. Die Ausstellung „Schenken 2.0“ erkundet das Schenken jenseits von Weihnachten und Geburtstag, jenseits von Freundeskreis und Familie. Ein Schenken ohne Gegenleistung. Dinge weiterzugeben, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.
Menschen in Deutschland und Polen haben uns mit ihren Geschichten von ermutigenden, aber auch enttäuschenden Erfahrungen mit dem freien Geben und Nehmen beschenkt. Sie erzählen von wundersamen Momenten des Schenkens bei Bookcrossing, Freecycle und in Umsonstläden - von dem Mehr, das beim Schenken entsteht. Aus dem gesammelten Material über Menschen, Gegenstände und Projekte ist eine interaktive Ausstellung zum Eintauchen, Erleben und Mitdenken entstanden, die wir in den nächsten Monaten gerne an vielen verschiedenen Orten zeigen möchten.
Die Ausstellung besteht fast ausschließlich aus Recycling-Material.
Die Wände haben wir aus alten Kartons zusammengebaut, von der Decke hängen Foto-Mobilés aus alten Fahrradfelgen mit Geschichten von geschenkten Gegenständen. In einem alten Koffer können die Besucher_innen Beschreibungen von den positiven und negativen Erlebnissen der interviewten Personen entdecken.
Zickzacklinien auf Packpapier an der Wand stellen den Weg von Bookcrossing-Büchern durch Deutschland dar. In einer Ecke lädt eine Schreibmaschine zum Nachdenken und Weiterschreiben ein. Die Frage „Können Menschen vollkommen selbstlos schenken?“ wird hier auf einer Endlospapierrolle von den Besucher_innen fortlaufend beantwortet. Wer Zeit mitbringt, kann es sich in einem Sessel bequem machen und per Kopfhörer einer Bookcrosserin lauschen oder Nadia bei ihren Erzählungen vom Leben ohne Geld zuhören.

Wer selbst Bücher freilassen möchte, findet alle Infos unter [www.bookcrossing.com] oder [www.bookcrossers.de].
Informationen zur Ausstellung gibt es unter [www.schenkenzweipunktnull.wordpress.com]


Tigersprung (Eva Ressel)

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Stockspiel (Svea Blieffert)

Die Gruppe versammelt sich um einen Stock herum und bekommt die Aufgabe gemeinsam den Stock auf den Boden zu legen. Die Herausforderung besteht darin, dass jeder Teilnehmende den Stock von unten mit nur einem Zeigefinger halten darf, welcher den Stock ständig berühren soll. Je leichter der Stock selbst ist, desto höher steigt er.
In dem Spiel zeigt sich, dass die Gruppenmitglieder verschiedene Funktionen einnehmen. Meistens zeigt sich, dass die Aufgabe nicht durch Anweisungen einer leitenden Person, sondern nur in Ruhe und in einem gemeinsamen Rhythmus mit allen zu lösen ist.

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