June 23, 2017, Friday, 173

Dialog über Urbane Commons

Aus Commons Sommerschule

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Zwischen Brigitte Kratzwald und Silke Helfrich

Kick-off Dialog

S: Der Begriff Urban Commons erscheint mir nicht nur sehr uncharmant, sondern ich frage mich auch, wofür wir ihn analytisch brauchen. Vielleicht verweist er zumindest auf die historische Dimension. Jonathan Rowe wies darauf hin, wie immens schnell der Prozess der Verstädterung abgelaufen ist. Commons waren immer auch ein Sicherungsnetz auf dem Land. Aber diese Funktion hat im Prozess der Verstädterung niemand mitgedacht. So war es nicht möglich, dass sich etwas Ähnliches in der Stadt aufbaut und entwickelt. Vielmehr hat man auf Übertragung der Sicherungssysteme an die Nationalstaaten gesetzt. (Moderninisierung von Nationalstaaten, Industrialisierung und Verstädterung hängen ja eng zusammen.) Früher ist man aufs Land gefahren, um sich zu versorgen, mittlerweile fährt man in die Stadt, um sich zu versorgen, auch dort sind die Sicherungsnetze inzwischen geschwunden - die Abhängigkeit von staatlichen Dienst- und Sozialleistungen omnipräsent (in den Industriestaaten). Allerdings stellt sich die Frage, was eigentlich passiert, wenn dem Staat das Geld ausgeht?

B: Ich hab den Eindruck, dass der Begriff und die Idee der Commons in der Stadt wichtiger ist und häufiger verwendet wird und auch von größerer politischer Relevanz ist, als in ländlichen Regionen. Vielleicht deshalb, weil hier die Isolation der Menschen größer ist und der Verwertungsdruck des Kapitals, deshalb ist dort der Leidensdruck und auch das Widerstandspotenzial. Da sind einerseits marginalisierte Gruppen, die sich alternative Versorgungssysteme aufbauen - das wird von uns oft gar nicht als Commons wahrgenommen, sondern eher spricht man dann davon, dass MigrantInnen sich nicht integrieren wollen, oder von "organisiertem Betteln" - aber da sind auch viele junge Menschen, Studierende und KünstlerInnen, die in dieser Hinsicht oft besonders kreativ sind.

S. führt einen weiteren Gedanken von Jonathan Rowe an: Das was in den Städten entsteht sind "Halbinseln gegen den Strom" (Friedrike Habermann). Das ist begrüßenswert, aber ist es strukturverändernd? Über staatliche Strukturen erfolgte neben der Umverteilung auch eine Zentralisierung. Zudem kann nur verteilt werden, was produziert wird (Abhängigkeit der Sicherungssysteme von der kapitalistischen Marktwirtschaft), also sind nur die Bäume im Blick (und wenn keine Bäume wachsen, gibt es eben nix), aber nicht den Wald. Aus Commonsperspektive geht es um Prädistribution (Vorverteilen) statt Redistribution. Diese Prädistribution (s.u. auch Primärverteilung) entsteht in dem Moment, wo wir über Nutzungsrechte am Wald als sozio-ökologisches System nachdenken und selbige festlegen. Wenn wir also über Nutzungsrechte in den Commons selbst reden; über das, was hinter den Bäumen steht, deren Wachstum ermöglicht. Das passiert nicht in den Städten; auch noch nicht in städtischen Commons. Dort enstehten noch nicht wirklich commonsbasierte Infrastrukturen.

B: Der Markt hat es ja bisher auch nicht geschafft, Städte nachhaltig zu machen. Wir müssen mehrere Strategien entwickeln wie man dies erreichen kann und die Commonsinfrastruktur aufzubauen.

Dikussionsrunde:

E: landliche commons vs. Städtische commons! Städtische commons kriegen mehr aufmerksamkeit. Viele junge leute, es ist hip, möglichkeiten um die idee zu verbreiten. Persönliche erfahrung it auch so. letztlich stellen sich viele frage nach verteilungsgerechtigkeit, nach produktionsverhältnisse. Und dann kommt auf das leben am land zurück. Städtische räume sind suoer um sie mit der idee in verbindung zu bringen, aber man kommt nicht am land vorbei.

S: Städte: Leben ist flüchtiger. Im dorf bleibt man irgendwie länger. Strukturen in Städten also auch flüchtiger und müssen immer neu aufgebaut werden, und können nicht so konstant wachsen. Menschen in <Städten oft aus unterschiedlichen kontexten entrissen müssen sich erst wiedrr aufbauen. Am Land vielleicht oft Commons, nur nennt man es nicht so.

N: zu viel Diskussion. Verfahrenvorschlag! Unterschied Dorf und Stadt, wenig Sinn. Stadt ist großes Dorf und Dorf ist kleine Stadt. Themenvorschlag? → Stadtführer für Commons, 100 Schritte auf dem Weg in die Stadt der Commons (DAS IST SPÄTER TATSÄCHLICH GESCHEHEN, LINK EINFÜGEN SOBALD DIE OPEN SPACE DISKUSSION DAZU DOKUMENTIERT IST - SH)

K: Anderes Verständnis von Fortschritt auf dem land und in der Stadt. Stadt: Commons als progressiv ansehen, wohingegen am Land das absolute Gegenteil von progressiv ist, eher altmodisch!

K: Land. Die Allmenden sich abgeschafft, und wie hat es in dieser Zeit, als es sie noch gegeben hat in der Stdt ausgesehen? Stadt hat ganz eigene Struktur und Gesellschaft, im feudalen System entwickelt. Z.B. Zünfte, die sich organisiert haben. Natürlich haben Städte immer auf Kosten des ländlichen Raums gelebt. Auch nicht immer zum Vorteil der bauern, entw. Der letzten 100 bestimmten die Städte, und das ist im Grunde das was wir heute als entwicklung bezeichnen. Stadt land in historischer genese? UNKLAR??

G: Staat hat kein Geld, problematisch! Wir denken Commons mit Primärverteilung zusammen, aber auch mit umverteilung. Städte sind durch kommerzialisiert oder den untergang geweiht. Frage nach der Gentrifizierng??? temporäre autonome zonen, boten freiraum für ganz neue ideen. Was hat für uns einen hohen Wert, was für den Kapitalismus einen ganz niedrigen Wert hat,

D: Grenzen zwischen Stadt und Lnd ist nicht mehr klar. Die ganze Welt ist schon urbanisiert. Inwertsetzung der Natur ist eingliederung in das kapitalistische System. Trickel Down Effekt. Städtische Commons nehmen wir eher wahr, wenn wir da lbene. Rolle des Internets beim Kennenlernen und Informationen. Informationskanaäke zu ländlichen Commons. In der Satdt ist es einfacher Commons zu schaffen, Emergenzeffekte, weil Menschen viel leichter etwas neues aschaffeb können, weil es viele sind und sie persönliche zusammentreffen können. Städte besere katalysatoren für commons. Am land gibt es commons: Nachbarschaftshilfe als Common!
Frage????--> Wie erschaffen wir die kritische Masse, die sich auf breiter Ebene mit einbringen???

A: Kunst, wo liegt die kreativität und das potezial um sachen zu starten, weg von intellektullen und akademeischen rahmen mit normalen Menschen. Bürgerinitiativen! Ortsspezifische: Es gibt keline Orte wo viel Engagement ist, in anderen weniger. Auch in Städten gibt es Stadteile wo viel weiter geht und Ideen zu Commons entsehen und da sind, und in andere geht garnix! Frage??? → Wie könnte ich diese temporär autonomen Zonen öffenen, uns zwar nach den immateriellen Werten, die gewünscht sind! Wie kann ich also diese Räume öffnen/schaffen, um diese immateriellen Werte zuerreichn und sich das Gehör zu verschaffen?

S: Persönliche Ebene in Commonsprojekten! Welche Gefühle hat man dabei, wie geht es einem?

D: Progressive Ideen aus der Stadt. 60Er auch wieder eher von stadt ins land. Stadt, die wir als commons denken wollen, ist eigentlich keine moderne stadt. Hierarchie zwischen Stadt und Dorf? Warum eigentlich dieser Dualismus Frage??? → Wie kann man Stadt und Dorf als Netzwerk denken?

S: Territorialisierung der Stadt. Stadt aus eurozentristischer Weise denken, schwer! Mexiko City! Wir müssen als zurück, wie Stadt früher war. Frage??? Wie kann ich also Stadt denken, die die Macht umschiffen kann? Wie verbinden wir Commonsprojekte zu einer starken Infrarstruktur?

M: Postmodernes. Konreter institutioneller Vorschlag. Zwischennutzungskonzeote. Leerstandagenturen. Leerstandsagenturen in Verdinung mit Commons diskutieten.

B: Welche Kompetenzen brauchen wir als Commoners. Und sind diese am Land und in der Stadt unterschiedliche?

P: Geld weg, was tut der Staat jetzt? Vgl. Öl weg, was machen wir jetzt? Wie kann man die Zusammenarbeit und Koordination der verschiedeen Gruppen angehen und zusammenbringen?

N: Nicht nur Fragen, sondern auch Handlungsanweisungen sind hilfreich.

G: Ausgeblendet bleibt bisher hier, dass im gloablen Süden Commons im ländlichen Raum immer noch aktuell sind und gelebt werden Bsp: Zapatistas. Indigene führen diese (als Kultur) oft auch in der Stadt weiter. Also: Commonssysteme in der Stadt in globalen Süden ansehen. Und eine Commonsbasierte Organisation-Organisation aller Lebensbereiche entwickeln!!! --> Dazu gab es später eine Arbeitsgruppe. SOBALD DIE DOKU FERTIG IST - VOM 04. JULI  - LINK SETZEN (SH)

B: Frage nach dem öffentlichen Raum? Überwachung und Kontrollen? Partizipationsmöglichkeiten Frage??? → Der öffentliche Raum: Partizipation und Demokratie? Governancestruktuen in der Stadt, Stadtplaung als Commons?