February 16, 2019, Saturday, 46

Commons Thesen

Aus Commons Sommerschule

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Dokumentation 2013

Diese Thesen habe ich in Anlehnung der Thesen, die Daniel Schläppi aus seiner historischen Arbeit bzgl. der schweizer Eidgenossenschaften entwickelt hat, in eine allgemein-gültigere Form umgewandelt. Noch in der Sommerschule angefangen - jetzt endlich fertig ;-) Stefanie Haupt


GENERELLE COMMONS-THESEN


1) Flexibilität:

Commons müssen flexibel wie das Leben selbst sein und mit Ungleichheiten und Änderungen umgehen können. Das erfordert eine wiederkehrende Reflektion der Zustände.


2) Commons-Komplex:

Commons bewähren sich, wenn sie als Verknüpfung von Gemeingut-Ressourcen PLUS selbsterstellte Regeln gesehen werden. Commons sind ohne commoning nicht denkbar !


3) Rituale:

In Commons sind kollektive Praktiken und Rituale eine bewährte Praxis, um Unterschiedlichkeit jeder Art zu integrieren oder auszugleichen.


4) Vertrauen:

Commons beinhalten den Gedanken 'Was ich gebe, das kehrt zu mir zurück' – wenn auch nicht unmittelbar und von der Person, die JETZT gerade profitiert. Dieses wird in etwa abgebildet in der Philosopie des Ubuntu-Volkes: 'Ich kann nicht sein, wenn Du nicht bist !'


5) Nutzungsrechte:

Commons funktionieren über Nutzungsformen/-rechte NICHT über Eigentumsrechte ! Zugangsoffen, für alle, die diese Ressource benötigen und zum Erhalt beitragen.


6) Verbindlichkeit:

Die Verbindlichkeit ist eine der Voraussetzungen für die Schaffung oder Erhaltung von Commons. Die selbsterstellten Regeln sollten das berücksichtigen.


7) Widerstandskraft:

Durch viele (unterschiedliche) Commons nebeneinander steigt die Resilenz (Widerstandskraft) des gesamten Gesellschaftssystems – im Gegensatz zu einem zentral gesteuerten System. Sollte ein Commons ausfallen, funktionieren die anderen weiterhin und können auch Hilfestellung leisten.