February 16, 2019, Saturday, 46

30. Juni

Aus Commons Sommerschule

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Dokumentation 2013

Inhaltsverzeichnis

Prinzipien des Commoning

Gruppenarbeit nach den Prinzipien von Elinor Ostrom

Zusammenfassung des Vortrags von Daniel Schläppi

Gemeinbesitz und kollektive Ressourcen als Basisgrössen von Politik und Gesellschaft der (vor)modernen Schweiz

von Silke Helfrich, Klaus Prätor, Stefanie Haupt und Nele Hofmann

Der gesamte, 10 seitige Text, wurde hier veröffentlicht.


Thesen von Daniel Schläppi
(gekürzte Fassung):

  1. Commons müssen mit sozialem, technologischem und strukturellem Wandel, mit Ungleichheiten und Herrschaftsgefällen umgehen. In der alten Eidgenossenschaft konnten sie die intensive wirtschaftliche und politische Verflechtung mit Monarchien und Fürstenstaaten verkraften. Bedingung war: Gewinninteressen Einzelner mit gemeinschaftlichen Nutzungslogiken erfolgreich in Einklang zu bringen.
  2. Commons bewähren sich, wenn sie sich durch Ressourcen-Bewirtschaftung und -verteilung als soziale Logik etablieren. Regeln & Praktiken müssen der individuellen Entfaltung Raum bieten (Hier: Steigerung des wirtschaftlichen Erfolgs, soziale Distinktion, private Nutzungsmöglichkeiten von dem, was aus der physisch-dinglichen Ressourcenbasis hervorgeht - wie Ehre, Ansehen, Wissen, Handlungsspielräume).
  3. Commons brauchen kollektive Praktiken/Rituale. Diese stärken den Zusammenhalt insbesonders, wenn sie Ressourcentransfers ermöglichen.
  4. Commons sind denkbar als «Ökonomie sozialer Beziehungen», insofern das Handeln der Einzelnen die Ziele der Gruppe abbildet. Genossener Nutzen generiert soziale Verpflichtung gegenüber dem Kollektiv, jedoch nicht als mechanische Reziprozität. Verbindlichkeit ist dann am größten, wenn nicht abgerechnet werden kann, und die Beteiligten nie wirklich quitt sind.
  5. Commons sind nicht vom Eigentum her zu denken, sondern ausgehend von teilweise veränderungs- und prinzipiell zugangsoffenen Nutzungsformen von Ressourcen. Doch aus (privilegierten) Nutzungsmöglichkeiten ergeben sich keine individuellen Eigentumsrechte.
  6. Wer kollektive Ressourcen schafft und erhält, sollte langfristig honoriert werden. Neuankömmlinge müssen die erlangten Vorteile abgelten.
  7. Die Koexistenz vielfältiger Commons stärkt das Gesamtsystem, wobei sogar die Nutzung der gleichen Ressource durch mehrere Nutzerkreise möglich ist. Zwischen konkurrierenden Interessen kann vermittelt werden.

Bearbeitungen

Die Thesen von Daniel Schläppi haben einige SommerschulteilnehmerInnen zu weiteren Überlegungen angeregt.

Hier die Commons Thesen von Stefanie Haupt

Hier die 6 Thesen zu Commons von Sarah Katharina Deutschmann